Jeder Unternehmer weiß, dass die Selbstständigkeit ihr natürliches Ende finden muss, im Sinne der Zukunftsfähigkeit der Firma, mit der Notwendigkeit und dem Willen der Neu-Erfindung des Ich in der Zeit danach. Dieser Übergang auf ein Familienmitglied, einen leitenden Angestellten, oder Investor wird jedoch vielfach verzögert, da mancher Unternehmer einen Absturz des Selbstwertgefühls und der gesellschaftlichen Reputation befürchtet. Da der Übergang aber unabweislich naht, muss ein Plan her. Letztlich ist es die Verantwortung für das Selbst, aber auch für den Ehepartner, die oder der in der Zeit der Selbstständigkeit auf Vieles verzichten musste und keine Belastung durch diesen Ruhestand verdient hat.
Was aber entspricht dieser Disposition? Man sagt, unternehmerisches Wissen und Erfahrung darf nicht einfach verschwinden, denn es kann zum Wohl der Allgemeinheit Verwertung finden. Vielfach wird dieser Gedanke auf Sympathie treffen, denn mancher Alt-Unternehmer wird geneigt sein, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, hat sie ihm doch ermöglicht, einen vorzeigbaren Wohlstand zu genießen und sinnstiftend zur Existenzsicherung vieler Mitarbeiter zu sorgen.
Das Ehrenamt kann eine geeignete Lösung sein! Was aber umfasst diese Funktion? Für einen Unternehmer, der ein Leben lang strategisch gedacht, verhandelt und Organisationen geleitet hat, ist der Ruhestand oft eine mentale Vollbremsung. Ein Ehrenamt mit hohem intellektuellem Anspruch und strategischer Relevanz ist da der perfekte Katalysator. Als ehemaliger Unternehmer bringt man Fähigkeiten mit, die im Non-Profit-Sektor extrem rar und heiß begehrt sind: Finanzkompetenz, strategisches Denken, Führungserfahrung, Netzwerkbildung und persönliche Souveränität.
Anstatt selbst ein Unternehmen zu führen, kann man sein Wissen an die nächste Generation weitergeben. Das hält den Senior nah am Puls der modernen Wirtschaft (Tech, Nachhaltigkeit, KI) und fordert analytisch heraus. Ein Beispiel sind die Wirtschaftssenioren NRW e,V., die an dieser Stelle berichten. Sie analysieren Businesspläne, prüfen die Finanzierung und geben strategisches Feedback. Auch die Stiftungsarbeit ist eine Alternative, genauso wie soziale Projekte, die eine Beratung für ihre Budgets brauchen können, ohne dieses Budget zu vermindern. Außerdem: Die deutsche Justiz setzt an Handels- und Finanzgerichten bewusst auf den Sachverstand aus der Praxis. Hier sitzen Sie als ehrenamtlicher Richter auf Augenhöhe neben Berufsrichtern. Viele dieser Alternativen ersetzen die Spesen, die entstehen können, sodass niemand in ehrenamtlicher Funktion ‚Geld mitbringen‘ muss.